Heute stand schon seit einigen Wochen bei mir ein Tag in der offenen Nähwerkstatt im Kalender und am Donnerstag bekam ich einen Anruf, dass mein nähbegeistertes Töchterlein auch mitkommen kann, wenn sie möchte, da jemand ganz kurzfristig abgesprungen sei - und dies ließ sie sich nicht zweimal sagen (schließlich schlägt sie diesbezüglich voll nach mir, lach!)
Ich nahm mir vor, die Tunika (Modell 103 aus der Burda 03/2009) zu nähen und das klappte heute auch. Am Ende der offenen Nähwerkstatt war sie fertig und passt wunderbar:

Was man nicht so gut sieht, ist, dass oben eine Passe ist, die auch die Ärmel bildet und das Vorderteil wurde zur vorderen Mitte hin etwas gerafft.
Meine Tochter bat mich noch diese Woche, eines ihrer Lieblingstops, das langsam zu klein wird, mitzunehmen, dass Anja ihr den Schnitt runter macht und etwas vergrößert. Und da sie ja jetzt heute mitgehen konnte, war dieses Top selbstverständlich ihr Nähprojekt! Und was soll ich sagen, es wurde sogar noch viel schöner als das gekaufte Top (dies ist vielleicht auch der Mamastolz, grins). Hier sieht man den Unterschied, links gekauft, recht heute genäht:
Gut, das gekaufte Shirt ist zwischenzeitlich auch schon etwas verzogen, da meine Tochter es eben gerne und oft getragen hat und somit wurde es auch oft gewaschen...
Mit Feuereifer ging sie auf jeden Fall ans Werk, ganz konzentriert saß sie an der Nähmaschine:
Der große Kritikpunkt am Kaufshirt war schon immer, dass das Rückenteil immer hinunter rutscht und so der BH-Verschluss zu sehen ist, das wollten wir heute ändern (denn so zog sie es nur noch in ihrer Freizeit an, für die Schule war das Top ein "No-Go"). Zuerst wollten wir einen Gummi einziehen, doch auch damit war ein optimaler Halt nicht gewährleistet, so kamen wir alle auf die Idee, dass man in den Rückenausschnitt noch Bänder nähen kann. Gesagt - getan, doch leider hatte das knappkantige Absteppen des Bandes so seine Tücken und meine Tochter musste trennen (allerdings war dies das einzige Mal heute, so nahm sie es mit Humor)
Als dann alles gesteppt war, ging es ans Einstecken, schließlich muss das Ganze ja auch richtig in Szene gesetzt werden, frei nach dem Motto: Ein schöner Rücken kann auch entzücken...
Und obwohl eigentlich die Zeit der offenen Nähwerkstatt bereits abgelaufen war, musste das Top noch fertig gestellt werden. Kaum waren wir zu Hause, wollte meine Tochter ihr selbst genähtes Top natürlich auch gleich anziehen und so sieht es nun an ihr aus:
Verarbeitet haben wir einen Viskosejersey und da wir feststellten, dass das Top eigentlich schon in der richtigen Länge war, verzichteten wir auf einen "normalen" Saum und nähten einfach einen Rollsaum. Doch die fertige Rückenlösung möchte ich unbedingt auch noch zeigen:
Passend zu diesem Stoff liegt noch ein gemusterter Baumwolljersey hier, den schneiden wir nachher noch zu und da sie ja auf morgen Regen bringen, werden wir sicher morgen unseren Frauennähtag fortsetzen und dann noch das Röckchen nähen!
Wir waren uns alle heute einig, es war eine wunderschöne offene Nähwerkstatt, denn heute waren wirklich nur fünf Teilnehmerinnen da, zweimal Mutter mit Tochter und eine junge Frau und das hat heute sooooo sehr harmoniert, dass es ein ruhiges und sehr angenehmes Nähen war. Auch Anja, unsere Kursleiterin sagte beim Abschied, dass es so entspannt nicht jedes Mal zugeht und sie dies heute mit uns sehr genossen hat! Und für mich war dies, gerade nach dieser Extremwoche, einfach nur Erholung und Seelenbalsam pur!